02.
Feb
2010
20:00 Uhr

Stuffed Puppet Theatre, Amsterdam (NL)

Cuniculus

Eine Menschwerdung

Stadt: Stuttgart
Spielort: JES
Dauer: 80 min
Preis: 20,- / 15,- (erm.)
Sprache: englisch
Altersgruppe: Erwachsene
Ticket Online: hier bestellen

Foto: Wim Sitvast

Konzept, Ausstattung und Spiel: Neville Tranter
Text: Jan Veldman
Ton: Ferdinand Bakker & Kim Haworth
Licht: Desiree van Gelderen
Regie: Hans Man in ’t Veld

Was ist draußen? Kann man dort leben? Oder ist es nicht ratsamer zu bleiben, allen Unerträglichkeiten und Zumutungen zum Trotz? Rätselhafter, irritierender und düsterer als in seinen bisherigen Inszenierungen und gleichzeitig treffsicher und furchtbar komisch wie eh und je, entwirft Tranter mit „Cuniculus“ (lat. für Kaninchen oder Unterirdischer Gang) ein groteskes Panoptikum aus Machtkämpfen, Liebessehnsucht, Degeneration und Aufbegehren. Tranter spielt einen Menschen, der, abgetrennt von einer verödeten, kriegsdurchdröhnten Erde, im lichtarmen Höhlenreich zusammen mit Riesenkaninchen haust, bedroht und drangsaliert und doch mit allen Kräften bemüht, sein Menschsein zu verleugnen. Meisterhaft entwickelt er den Konflikt seiner Hauptfigur bis zum Kulminationspunkt, an dem der Aufbruch unvermeidlich wird, bedeute es auch den eigenen Untergang. Eine Theatermetapher über die Bereitschaft zu leben im Geist Beckets (Samuel Beckett?).

"Mit bösem schwarzen Humor zeichnet Tranter die unheimliche, unheilvolle Kriegs-Atmosphäre, aber auch Momente inniger, anrührender Zärtlichkeit zwischen dem Mann und der Hasenmutter, die in seinen Armen stirbt. Wie er als Schau- und Puppenspieler einen doppelten Boden ins Spiel einzieht, Distanz und Magie vereint, ist einzigartig." (Abendzeitung)

Neville Tranter wurde 1955 in Toowoomba (Australien) geboren. Dort beendete er 1976 sein Drama-Studium beim amerikanischen Regisseur Robert Gist in Queensland und arbeitete mit dem Billbar-Marionetten-Theater. Im gleichen Jahr, 1976, gründete er das Stuffed Puppet Theatre. 1978 zog Neville Tranter in die Niederlande, wo er sein visuelles und emotionales Puppentheater für Erwachsene in seiner heutigen Form entwickelte. Allein auf der Bühne, nur mit den von ihm entworfenen Puppen erzeugt Neville Tranter Bilder, die lange nachwirken. Sein virtuoses Figurentheater wird auf der ganzen Welt für seine einzigartige Formensprache – poetisch und respektlos, bitterkomisch und radikal – als «großes Theater» gefeiert.

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