Grußwort der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg
Dem Figurentheater kommt in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle zu: Interdisziplinarität und Interkulturalität gehören zu den prägenden Konstanten dieser überaus innovationsfreudigen und facettenreichen Theaterform. Und auch was Festival-Synergien betrifft, hat das Genre mit einigen wichtigen Großraumfestivals die Nase weit vorn. Die IMAGINALE, das internationale Figurentheaterfestival Baden-Württemberg, hat sich innerhalb von nur vier Jahren zu einem der bedeutendsten und größten Spartenfestivals in Deutschland entwickelt.
Dass die Festivalmacher dabei auf einen bemerkenswerten Zuspruch von Seiten der Veranstalter und des Publikums bauen konnten, ist kein Zufall, denn Baden-Württemberg ist eine Hochburg des Figurentheaters. Unterstützt durch den Studiengang Figurentheater an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart hat sich in weniger als drei Jahrzehnten eine vitale und vielgestaltige Theaterlandschaft etabliert: Eine Szene mit lokaler Verankerung und internationaler Ausstrahlung, wie die Gastspielkalender der hier beheimateten Ensembles und eine Vielzahl internationaler Kooperationen beweisen.
Sieben baden-württembergische Städte sind inzwischen Teil des Festivalverbunds. Neben den beiden „Gründungsstädten“ Stuttgart und Mannheim gehört auch Pforzheim zu den Partnern der ersten Stunde, Schorndorf, Ludwigsburg und Eppingen sind bereits zum zweiten Mal dabei, und neu ist als Partnerstadt in diesem Jahr Heilbronn hinzugekommen. Das FITZ! Zentrum für Figurentheater in Stuttgart und der Mannheimer Veranstalterverbund, bestehend aus dem Kinder- und Jugendtheater Schnawwl, der Alten Feuerwache und dem Jugendamt Mannheim, bilden zum dritten Mal das programmatische und organisatorische Zentrum des Festivals. Und sie beweisen auch mit der diesjährigen Edition, dass tragfähige Synergien im kulturellen Bereich allen zugute kommen: Den großen Städten im Land ebenso wie den kleineren Kommunen, den gastierenden Künstlern wie den Theatern und dem Publikum vor Ort.
25 Ensembles und Solokünstler aus acht Nationen präsentieren bei der IMAGINALE 2012 in rund 70 Vorstellungen, was man heute unter zeitgenössischem Figurentheater versteht. Und das ist so abwechslungsreich und überraschend wie das ganze Genre.
Ich wünsche allen Theaterschaffenden, Veranstaltern und Besuchern eine anregende und inspirierende Festivalzeit!
Theresia Bauer MdL
