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Pressemitteilung
01.12.2010
IMAGINALE 2010
Internationales FigurentheaterfestivalBaden-Württemberg
Stuttgart / Mannheim / Pforzheim / Ludwigsburg / Schorndorf / Eppingen
Vom 28. Januar bis zum 9. Februar 2010 präsentieren acht Veranstalter in sechs baden-württembergischen Städten das internationale Figurentheaterfestival Baden-Württemberg IMAGINALE 2010.
Konzipiert und durchgeführt wird das Festival, das deutschlandweit zu den größten Events dieser Sparte gehört, vom Stuttgarter Zentrum für Figurentheater FITZ und dem Mannheimer Veranstalter-Trio Schnawwl - Kinder- und Jugendtheater am Nationaltheater Mannheim, Alte Feuerwache und Jugendamt Mannheim. Gegenüber der ersten Edition des Festivals im Jahr 2008 hat sich der Städteverbund von vier auf sechs vergrößert. Für das diesjährige Festival sind damit vier assoziierte Partner mit im Boot: das Pforzheimer Figurentheater Mottenkäfig, das Eppinger Figurentheater, das Figuren Theater Phoenix aus Schorndorf sowie die Junge Bühne Ludwigsburg.
In 71 Veranstaltungen, darunter 30 für Kinder und Jugendliche, präsentiert die IMAGINALE 2010 ein weit gefächertes Programm international renommierter Künstler aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweiz, Südafrika und Ungarn und deckt die ganze Bandbreite zeitgenössischen Figurentheaters vom Puppen- und Objekttheater über Bildertheater bis in die die Grenzbereiche zu Tanz, Performance und Bildender Kunst ab.
Zum Festivalauftakt in Mannheim ist am 28. Januar die deutsch-österreichische Koproduktion "Faust spielen" vom Figurentheater Wilde & Vogel und dem Wiener Spieler und Regisseur Christoph Bochdansky zu sehen, eine ebenso werkverbundene wie furios-respektlose Annährung an Goethes Tragödie. Intensität bis an die Schmerzgrenze verbunden mit dem expressiven Charme des Straßentheaters präsentiert am 29. Januar in Stuttgart der Star der französischen Figurentheaterszene Ilka Schönbein mit "Mein eigen Fleisch und Blut". Inspiriert ist das Stück durch die Erzählung "Warum das Kind in der Polenta kocht“ der rumänisch- deutschen Schriftstellerin Aglaja Veteranyi. Neville Tranter, der mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Theatermagier und Meister der Klappmaulfigur, ist mit zwei Produktionen, "Cuniculus" und "Punch and Judy in Afghanistan", vertreten. Eine eigenwillige Adaption des Zauberers von Oz präsentiert der holländische Künstler Duda Paiva in einer kongenialen Kombination aus modernem Tanz und Figurenspiel.
Agnès Limbos, eine der wichtigsten und renommiertesten Vertreterinnen des Objekttheaters in Europa, ist mit den verspielt-absurden, poetischen Produktionen "Troubles" und "Dégage, petit!" ebenso dabei wie die beiden Berliner Puppenspielerinnen Friederike Krahl & Melanie Sowa, die in "Über den Klee" die Geschichte des Malers Paul Klee mit von ihm selbst gestalteten Puppen auf die Bühne bringen. Paz Tatay von den französisch-spanischen Pelele Marionnettes beweist in "Die Geschichte des Don Cristobal", dass sie zu Recht als eine der besten Pulcinella-Interpretinnen Europas gilt. Tristan Vogt von Thalias Kompagnons, bekannt für ungewöhnliche Literaturbearbeitungen, ist mit dem inzwischen klassischen "Macbeth für Anfänger" und seiner jüngsten Inszenierung "Kafkas Schloss" eingeladen. Sein künstlerischer Partner Joachim Torbahn demonstriert in den Mal-Theaterstücken für Kinder ab vier Jahren "Was macht das Rot am Donnerstag" und "Kobold, Hans und Ballerina", wie sich Bildende Kunst und theatrale Erzählung sinnlich und spielerisch miteinander verbinden lassen.
Besonderes Augenmerk verdienen drei Inszenierungen, die auf unterschiedliche Weise den Bogen zwischen Künstlerbiografie und Werk widmen: Unter der Leitung des Berliner Regisseurs Christian Weise formen Hannes Benecke und Oscar Olivo aus dem Material wechselseitiger Interviews eine spielerische Konfrontation zweier Lebensentwürfe, der ungarischitalienische Regisseur und Objekttheaterkünstler Guyla Molnàr findet und erfindet gemeinsam mit der deutschen Formation Kaufmann & Co in "Kasperls Wurzeln" die Verästelungen seiner eigenen Geschichte, die in Südafrika geborene Yvette Coetzee verwandelt die koloniale Familienhistorie zu einem assoziativen Monolog mit Objekten.
Integraler Bestandteil der IMAGINALE ist die Förderung zweier Eigenproduktionen, bei der baden-württembergische Künstler mit Kollegen aus anderen Städten oder anderen Ländern gemeinsam eine Inszenierung erarbeiten: Ein Kooperationsprojekt des SCHNAWWL mit der vielfach ausgezeichneten Schweizer Figurenspielerin und Erzählerin Margrit Gysin und eine deutsch-französische Koproduktion des Ensemble Materialtheater, Stuttgart mit der Compagnie Skappa!, Marseille und dem FITZ! Zentrum für Figurentheater. Im Mittelpunkt der deutsch-französischen Produktion „10 Mio. km 2“ steht das Thema „europäische Nachbarschaft“ - aufgearbeitet als Objekttheaterclownsstück für Kinder ab 6 Jahren. Es geht um femde und Heimat, Sprache und Verständigung, Annäherung und Abgrenzung. Die deutsch-schweizerische Produktion „Das Buch von allen Dingen“ für Kinder ab 8 Jahren erzählt von dem Wunsch nach Glück, auch wenn es Zuhause hart her geht und davon, wie Mut, Freundschaft und Bücher den Weg frei machen können für ein selbst bestimmtes Leben.
Die IMAGINALE 2010 wird gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, den Städten Stuttgart, Mannheim, Pforzheim, Eppingen und
Schorndorf, dem nationalen Performance Netz, dem Königreich Niederlande sowie der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg.












